Polyneuropathie verstehen
Polyneuropathie ist ein Überbegriff für Erkrankungen, bei denen gleichzeitig mehrere Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark – das sogenannte periphere Nervensystem – geschädigt sind. Die Beschwerden können sehr unterschiedlich sein und reichen von leichten Missempfindungen bis zu deutlichen Schmerzen oder Lähmungen.
Was passiert bei Polyneuropathie?
Das periphere Nervensystem versorgt Haut, Muskeln, Hände und Füße sowie viele innere Organe. Sind diese Nerven geschädigt, können sie Reize falsch oder gar nicht mehr weiterleiten. Typische Folgen sind ein gestörtes Berührungs-, Temperatur- oder Schmerzempfinden, Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle oder eine nachlassende Muskelkraft. Häufig beginnen die Beschwerden an den Zehen und Füßen, weil die längsten Nerven des Körpers am anfälligsten sind.
Warum wird Polyneuropathie oft spät erkannt?
Die Erkrankung entwickelt sich häufig schleichend. Erste Symptome wie Kribbeln oder leichtes Taubheitsgefühl werden nicht immer ernst genommen oder als Alterserscheinung oder Durchblutungsstörung gedeutet. Manchmal führen erst Stürze, zunehmende Gangunsicherheit oder unerklärte Schmerzen zur fachlichen Abklärung. Wichtig ist, dass Polyneuropathie kein einheitliches Krankheitsbild ist: Es gibt zahlreiche mögliche Ursachen, und die individuelle Ausprägung kann stark schwanken.
Unterformen oder Varianten
Polyneuropathien werden nach Verlauf (akut, subakut, chronisch), nach betroffenen Faserarten (sensibel, motorisch, autonom) und vor allem nach der Ursache eingeteilt. Häufige Ursachen sind zum Beispiel Diabetes mellitus, erhöhter Alkoholkonsum, bestimmte Medikamente (unter anderem einige Chemotherapien), Nierenerkrankungen, entzündliche Immunerkrankungen oder erbliche Formen. Wenn sich trotz gründlicher Diagnostik keine Ursache findet, sprechen Fachleute von einer „kryptogenen” Polyneuropathie.
Wie sich Polyneuropathie im Alltag zeigt, erfährst du auf der Symptomseite. Anlaufstellen und Unterstützung findest du unter Hilfe und Netzwerke.
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Stand dieser Seite: 08.07.2026. Fehler gefunden? Wir freuen uns über eine Nachricht.